Bericht der Generalversammlung 2026

Trotz eisiger Temperaturen und glatter Straßen konnte der Schützenverein St. Michael Marbeck am Samstag, den 10. Januar 2026, eine sehr gut besuchte Generalversammlung verzeichnen. Fast 100 Mitglieder waren der Einladung ins Jugendheim gefolgt und zeigten damit eindrucksvoll das große Interesse am Vereinsgeschehen.

Rückblick auf ein aktives Vereinsjahr

Präsident Dirk Lanvermann eröffnete die Versammlung mit einem ausführlichen Foto-Jahresrückblick. Neben zahlreichen erfolgreichen Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr blickte er insbesondere auf die vielen Arbeitseinsätze zurück, mit denen die Infrastruktur an den Vereinsanlagen weiter verbessert wurde. Sein ausdrücklicher Dank galt allen Helferinnen und Helfern sowie Unterstützern, die sich im vergangenen Jahr engagiert eingebracht haben.

Solide Kassenlage – veränderte Rahmenbedingungen

Im anschließenden Kassenbericht gaben die Kassierer einen insgesamt positiven Überblick über die finanzielle Entwicklung des Vereins. Zwar habe sich die Kassenlage im vergangenen Jahr spürbar entspannt, dennoch wurde deutlich gemacht, dass sich ein Schützenfest heutzutage nicht mehr allein aus den Veranstaltungserlösen tragen lässt. Wie in vielen Vereinen sei eine Querfinanzierung über Mitgliedsbeiträge und weitere Einnahmequellen inzwischen unverzichtbar.

Verabschiedung verdienter Vorstandsmitglieder

Einen besonders emotionalen Moment bildete der Abschied mehrerer langjähriger Vorstandsmitglieder. Jürgen Selting übergab nach 26 Jahren sein Amt an seinen Sohn Patrick Selting. Nach 16 Jahren legte Bernhard Weddeling sein Amt als Vorstand des Piepershooks nieder. Ebenfalls verabschiedet wurde Wilhelm Flasche, der zehn Jahre lang als Schießmeister das Vogelschießen begleitete. Präsident Lanvermann würdigte die großen Verdienste der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder und dankte ihnen für ihren langjährigen Einsatz für den Verein.

Wahlen und personelle Veränderungen

Vom Vorstand zum neuen Schießmeister ernannt wurde Alexander Rensing. Wiedergewählt wurden die Vorstandsmitglieder Joost Te Brake (Ölmühle), Stefan Rensing (Klosterhook), Heinrich Raap (Brennersdiek/Feldbusch) und Thomas Südholt (Beckenstang). Für den Piepershook konnte kein neuer Kandidat gefunden werden, sodass dieses Amt vorerst vakant bleibt.

Blick auf das 100-jährige Jubiläum 2027

Einen Ausblick auf das anstehende 100-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 2027 gaben Kassierer André Grote-Westrick und Schriftführer Philip Demey. Das Jubiläumsjahr beginnt nach dem kommenden Schützenfest und wird sich mit mehreren Veranstaltungen über das gesamte Jahr erstrecken. Höhepunkte bilden das Kaiserschießen am 8. Mai 2027 sowie das große Jubiläumsschützenfest, das über vier Tage von Freitag, 14. Mai, bis Montag, 17. Mai 2027, an Pfingsten gefeiert wird. Der feierliche Jubiläumsakt mit zahlreichen Gastvereinen und Musikzügen ist für den Pfingstsonntag vorgesehen.

Anwärtersituation: Transparenz, Entlastung und neue Impulse

Intensiv beschäftigten sich Vorstand und Offizierskorps zudem mit der Anwärtersituation. In den vergangenen Jahren kam es vor, dass Vogelschießen mangels Anwärter ins Stocken gerieten. Schriftführer Demey stellte hierzu Erkenntnisse aus einer vereinsinternen Umfrage sowie aus zahlreichen Gesprächen und Rückmeldungen der Mitglieder vor. Ziel der angestoßenen Maßnahmen ist es, Hemmschwellen abzubauen und die Königswürde für möglichst viele Mitglieder attraktiv und realistisch zu gestalten.

Als zentrale Ansatzpunkte wurden eine bessere Transparenz bei Kosten und Terminen sowie eine weitere Reduzierung des zeitlichen und finanziellen Aufwands identifiziert. Vielen Mitgliedern und deren Partnerinnen war bislang nicht klar, welche Verpflichtungen tatsächlich mit dem Königsjahr verbunden sind – diese seien jedoch deutlich überschaubarer als häufig angenommen.

Konkret wird der Verein im Frühjahr eine Informationsbroschüre an alle Mitglieder verteilen, in der Kosten, Termine und Aufgaben verständlich und übersichtlich dargestellt werden. Ergänzend stellte Demey als Vorjahreskönig die konkreten Ausgaben seiner Throngemeinschaft 2024/2025 vor. Bei acht Personen lagen diese bei rund 570 Euro pro Person für das gesamte Thronjahr inklusive beider Schützenfeste – mit den jüngsten Anpassungen sogar mit weiter sinkender Tendenz.

Darüber hinaus stellte der Verein klar, dass für zukünftige Throngemeinschaften lediglich die beiden Schützenfesttermine verpflichtend sind. Alle weiteren Veranstaltungen wie Biwak, Nachfeier oder Weinprobe sind nach wie vor freiwillige Angebote, zu denen der Thron herzlich eingeladen ist, jedoch keine Pflichttermine darstellen.

Schützengroschen: Gemeinschaftlich unterstützen

Als besondere Neuerung wurde der sogenannte Schützengroschen vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Gemeinschaftskasse, in die teilnehmende Mitglieder jährlich zehn Euro einzahlen. Ist der neue König selbst Teilnehmer, erhält er die gesamte angesparte Summe, andernfalls wächst die Kasse weiter. Das Modell soll insbesondere jüngere Königspaare finanziell entlasten, vor allem aber den gemeinschaftlichen Gedanken stärken.

Das Konzept wurde von der Generalversammlung einstimmig beschlossen. Durch die geschlossene Teilnahme von Vorstand und Offizierskorps sowie die unmittelbaren Zusagen weiterer Mitglieder kam die neue Gemeinschaftskasse bereits während der Versammlung auf rund 100 Teilnehmer. Der Verein hofft, diese Zahl bis zum Schützenfest im Mai auf 200 steigern zu können.

Antrag zur Begrenzung von Amtszeiten

Unter dem Punkt Verschiedenes informierte der Vorstand zudem über einen Antrag zweier Mitglieder, die Amtszeit von Hookvorständen künftig auf maximal acht Jahre, also zwei Amtszeiten, zu begrenzen. Der Vorstand wird dieses Thema bis zur nächsten Generalversammlung inhaltlich ausarbeiten und gegebenenfalls gemeinsam mit weiteren Vorschlägen zur Abstimmung stellen.

Dabei wurde deutlich gemacht, dass ein Generationenwechsel bereits im Gange ist. Bis einschließlich 2028 werden mindestens acht von insgesamt zwanzig Hookvorständen nicht erneut kandidieren, weitere befinden sich aktuell noch unterhalb der vorgesehenen Acht-Jahres-Grenze. Vor diesem Hintergrund bat der Vorstand darum, mögliche neue Regelungen nicht vor dem anstehenden Jubiläum umzusetzen, sondern mit der nötigen Ruhe und Weitsicht weiterzuentwickeln.

Hinweis in eigener Sache

In diesem Zusammenhang möchten wir einen häufig geäußerten Hinweis aufgreifen. In unserem Verein gibt es keinen separaten Festausschuss. Die Pflege und der Ausbau der Platzanlage sowie die komplette Organisation des Schützenfestes werden maßgeblich durch die Hookvorstände getragen. Sie sind damit nicht nur Ansprechpartner für ihre Hooks, sondern zugleich fest in die praktische Vereinsarbeit und die Durchführung unserer Veranstaltungen eingebunden.

Gemeinsam in die Zukunft

Mit der Generalversammlung 2026 setzte der Schützenverein St. Michael Marbeck ein deutliches Zeichen für Transparenz, Gemeinschaft und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Tradition.

Neu- und wiedergewählte Vorstandsmitglieder, Präsident sowie die Ausscheidenden: v.l.n.r. Patrick Selting, Stefan Rensing, Sebastian Schäfer, Bernhard Weddeling, Jürgen Selting, Thomas Südholt, Präsident Dirk Lanvermann, Heinrich Raap.
Direkt auf der Generalversammlung konnte die Teilnahmeerklärung des Schützengroschens ausgefüllt werden.
Trotz eisiger Temperaturen war das Jugendheim gut gefüllt.